Schuhe repräsentieren Macht und Erotik


   
   
Ein hochhackiger Alptraum aus
Fahrradschrott von Bettina Weiß





Permanente Ausstellung mit Werken
von H. E. Kalinowski, Jürgen Klauke
und Raffael Rheinsberg






"Körperkreuz" - ein Hohlkörper
aus Lederriemen von
Andreas Hoffmann


Dieser Aspekt eines Gebrauchsgegenstandes fasziniert bildende Künstler bis heute: Vor 1800 Jahren trugen die Kurtisanen in Alexandria Sandalen, aus deren Sohlenabdruck im weichen Boden man die Aufforderung lesen konnte: FOLGE MIR!
Vor 2800 Jahren tranken die altiranischen Reiterkrieger Luristans Rauschgift aus Tonstiefeln.
Der Brautschuh wurde in Europa bis ins letzte Jahrhundert nach der Hochzeitsnacht als ein Garant der Fruchtbarkeit aufbewahrt, im zierlichen Damenpantoffel sah man einen direkten Hinweis auf Intimität und Erotik.
Schon das Material entwickelt eine sinnliche, nicht selten animalische Ausstrahlung, etwa dann, wenn bei Curt Stenvert wohlgeformte Frauenbeine eng in schwarzes Leder gehüllt sind.
Doch die Vertauschung von gewohnten Werkstoffen, etwa bei Schuhen aus Blech, verführt unsere Imagination in surrealistische Bereiche des Traums und des Unbewussten.
Auch das Spiel mit den Geschlechterrollen kann verunsichern, wenn Männer mit High Heels zugleich Gefährlichkeit und Gefährdung signalisieren oder wenn eine phallische Stele mit Ballerinaschuhen die Polarität von maskulin und feminin in eine rituelle Sphäre verlagert.

 
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[ www.ledermuseum.de ]