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Dieser Aspekt eines Gebrauchsgegenstandes fasziniert bildende Künstler
bis heute: Vor 1800 Jahren trugen die Kurtisanen in Alexandria Sandalen,
aus deren Sohlenabdruck im weichen Boden man die Aufforderung lesen konnte:
FOLGE MIR!
Vor 2800 Jahren tranken die altiranischen Reiterkrieger Luristans Rauschgift
aus Tonstiefeln.
Der Brautschuh wurde in Europa bis ins letzte Jahrhundert nach der Hochzeitsnacht
als ein Garant der Fruchtbarkeit aufbewahrt, im zierlichen Damenpantoffel
sah man einen direkten Hinweis auf Intimität und Erotik.
Schon das Material entwickelt eine sinnliche, nicht selten animalische
Ausstrahlung, etwa dann, wenn bei Curt Stenvert wohlgeformte Frauenbeine
eng in schwarzes Leder gehüllt sind.
Doch die Vertauschung von gewohnten Werkstoffen, etwa bei Schuhen aus
Blech, verführt unsere Imagination in surrealistische Bereiche des
Traums und des Unbewussten.
Auch das Spiel mit den Geschlechterrollen kann verunsichern, wenn Männer
mit High Heels zugleich Gefährlichkeit und Gefährdung signalisieren
oder wenn eine phallische Stele mit Ballerinaschuhen die Polarität
von maskulin und feminin in eine rituelle Sphäre verlagert. |