KARL BODMER

EIN SCHWEIZER MALER BEI DEN INDIANERN

Vor annähernd 170 Jahren machte sich Maximilian Prinz zu Wied (1782-1867) von Neuwied aus mit seinem Leibjäger Dreidoppel und dem jungen Landschaftsmaler Karl Bodmer (1809-1893) auf den Weg "ins innere Nord-America". Diese Forschungsreise erlangte nicht zuletzt durch die hohe künstlerische Qualität der Aquarelle Bodmers eine außergewöhnliche Berühmtheit.

Das kleine Team nutzte die Flussläufe des Ohio, Mississippi und mit einem erst kürzlich in Dienst genommenen Dampfboot den Missouri bis in den Norden des heutigen Bundesstaates Montana. Ihr Ziel waren die von europäischem Einfluss noch weitgehend unberührt gebliebenen indigenen Nationen der Assiniboin, Mönnitarri, Mandan und Hidatsa, deren Kultur Maximilian detailliert beschrieb und damit eine der ersten ethnologischen Feldforschungen bei den Plains- und Prärieindianern vorlegen konnte. Die Reisenden waren Strapazen und Gefahren ausgesetzt und lebten überwiegend in befestigten Forts der Pelzhandelskompanien, sie wurden aber von den meisten Gruppen, mit denen sie zusammentrafen, freundlich empfangen. Mit dem Vizehäuptling der Mandan, Máto-Tope, verband Maximilian ein außergewöhnliches Vertrauensverhältnis, das während des Winters 1833/34 zahlreiche Gespräche über Kultur, Religion, Lebenswelt und Sprache der Mandan und Hidatsa ermöglichte. Bodmer hat diesen "edlen Wilden" in mehreren Porträts verewigt.

Nach seiner Rückkehr verfasste Maximilian seit 1834 zwei umfangreiche Bände seines Reiseberichts, während die Aquarelle Bodmers von hochspezialisierten Kupferstechern in Paris und Koblenz vervielfältigt und in einem Teil der Auflage sorgfältig koloriert wurden. Das anspruchsvoll ausgestattete Werk erschien 1839/1841 in Koblenz und begründete den wissenschaftlichen Ruf des Prinzen, während Karl Bodmer als Landschaftsmaler vorwiegend in Frankreich erfolgreich wurde.

Text- und Tafelbände der "Reise in das innere Nord-America" gehören zu den Schätzen in Ausstellung und Magazin des DLM. Ursprünglich als Anschauungsmaterial für die große Indianer-Sammlung des Ledermuseums erworben, konnten sie 2001 mit Hilfe einer ansehnlichen Spende des Lions-Club Offenbach-Lederstadt restauriert und neu gerahmt werden. Die aktuelle Sonderausstellung im frisch wiederhergestellten Ausstellungssaal des DLM verbindet die Präsentation der Kupferstiche mit einigen ausgewählten Kleidungsstücken und Gerätschaften, die in direkter Beziehung zur Expedition von 1832-34 stehen.

Die Ausstellung bildet einen Teil des "Indian Summer" im DLM: von Juli bis Oktober 2001 sind Leben, Kultur und Geschichte der Native Americans das Thema von Workshops, musikalischen Matineen, Führungen und Vorträgen. Näheres unter 49-69-829798-0

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Dauer der Ausstellung:
19.8.2001 - 20.1.2002


www.ledermuseum.de