M e n R a b eDas Lächeln des RabenDie AusstellungDas DLM präsentiert vom 24. Februar - 26. Mai 2002 in der Ausstellung "Das Lächeln des Raben" Gemälde und Graphiken des Malers Men Rabe, deren Inhalte um die Kulturen der nordamerikanischen Ureinwohner kreisen. Damit korres-pondiert die Schau mit den ethnologischen Abteilungen des Hauses. Diese aktuelle künstlerische Auseinandersetzung mit Indianern und Inuit wird dem Anliegen gerecht, das Museum nicht nur als Völkerschausammlung zu verstehen, sondern als lebendigen Ort des Austausches zu etablieren. Protagonisten der erzählenden Bilder Men Rabes sind die Figuren der Firma Playmobil als Träger der Bildinhalte. Diese Figuren mit dem kugelrunden Kopf und dem wohl berühmtesten Lächeln seit Mona Lisa sind für viele mehr als ein Spielzeug, sie haben mittlerweile einen Kultcharakter erreicht. Gesellschaftsattrappen nennt Men Rabe seine Figuren und so ist "Das Lächeln des Raben" bewusst mehrdeutig gemeint: ironisch, sarkastisch oder melancholisch ist der Blick des Künstlers auf die möglichen Wirklichkeitsaspekte gerichtet. So wie Playmobil mit seinen Produkten unbekannte Welten den Kindern spielerisch näher bringt und somit einen Beitrag leistet zur Akzeptanz von anderen Lebensfomen, versucht Men Rabe die Exotik des Alltäglichen fest zu halten. Hinter den lieb lächelnden Wesen mit den naiven Gesichtern öffnen sich Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins, offenbaren sich intensive Gefühlswelten, Auseinandersetzungen mit dem Fremden. Der Titel der Ausstellung verweist zum einen auf indianische Mythen, meint aber auch den Blick Men Rabes auf die heutigen Lebensumstände und politische Lage der Indianer und Inuit. Intensiv erlebt der Besucher der Ausstellung Arrangements, die sich mit der Geschichte der nordamerikanischen Völker und mit der Zerstörung ihrer Traditionen beschäftigen. Men Rabes Bilder sind Spiegel der Alltagswelten, sie bieten einen liebevollen und kritischen Blick auf die Schwächen und kleinen Eitelkeiten der Menschen. Durch diese Alltäglichkeiten will er vor allem Zugang zum Indianer als Menschen finden. Dieses "Zuschauen" hebt die Schranken auf, so dass das Handeln der scheinbar unnahbaren "edlen Wilden" uns vertraut zu sein scheint - weil sie Menschen sind und es auch immer waren. Natürlich bleibt die Perspektive des Künstlers die distanzierte Sichtweise des Fremden auf das Fremde, er versucht aber durch genaue Beobachtung die Idealisierung Karl Mays zu vermeiden und einen Blick "hinter die Kulisse" zu werfen. Dabei findet ein Ineinanderschieben der Realität mit den idealisierten historischen Vorstellungen statt, die eine vergangene zerstörte Welt ist, die aber auch ihren Alltag hatte. Spielerisches Umgehen mit den Bildern ist erwünscht, obwohl sie keine leichte Kost darstellen. Voll von Symbolen, die sich dem Betrachter nicht sofort erschließen, aber die Vielschichtigkeit der Ideen offenbaren, ist es dennoch möglich - auch vom Künstler gewünscht - sich seinen Bildern ohne Vorbehalte zu nähern und sie einfach auf sich wirken zu lassen und dann - vielleicht zu lächeln . . . Der KünstlerMen Rabe, 1946 im Odenwald geboren, begann schon früh nach ersten Werken in Holz und der Beschäftigung mit Graphik - sich mit der Malerei auseinanderzusetzen. Für diese ersten Einflüsse war sicherlich förderlich, daß er in einem Künstlerhause aufwuchs - der Vater Wilhelm Rabe ist Maler des abstrakten Expressionismus. Men Rabe entwickelte zunächst eine große Affinität zur surrealistischen Malerei; Ernst Fuchs, Max Ernst, aber vor allem die intensive Auseinandersetzung mit Dali prägten sein frühes künstlerisches uvre. Ab 1980 konzentrierte sich der Künstler ausschließlich auf die Malerei und begann ein intensive Ausbildung als Privatschüler bei Hans Joachim Gestering - einem Vertreter des phantastischen Realismus. |
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