Duftbehälter der San, südliches Afrika, Salbengefäß der Herero, Namibia und Butter- und Ölgefäß der Hausa, Westafrika (von links nach rechts) © DLM, L. Brichta

Ab 14. Juni 2018

In Bezug gesetzt: Objekte berichten aus Afrika

Symbolisch bemalte Kriegerschilde der Massai und ein Salbengefäß der Herero sind sehr verschieden und haben doch einiges gemeinsam: Sie sind aus Leder gefertigt und befinden sich seit Jahrzehnten in der Afrika-Abteilung des DLM. Ein Großteil dieses Bestandes wird derzeit in einer seit den 1980er-Jahren bestehenden Dauerausstellung gezeigt, die seit der Einrichtung nur unwesentlich verändert wurde. Weder Ausstellungsdidaktik noch Präsentation entsprechen heutigen wissenschaftlichen und gestalterischen Museumsstandards.

 

Um neue Vermittlungs- und Präsentationsformen zu erproben, wird ein freigeräumtes Ausstellungsmodul innerhalb der Afrika-Abteilung zu einem Experimentierfeld, wobei der Veränderungsprozess sichtbar bleibt. Die Objekte sind nach übergeordneten Themengruppen so zusammengestellt, dass das Leben der Menschen unterschiedlicher Ethnien im Hinblick auf die handwerkliche Verarbeitung und kulturhistorische Bedeutung des Materials Leder ablesbar wird. Die Ausstellung kombiniert und verknüpft die Exponate miteinander, um Gemeinsamkeiten, Gegensätze oder auch neue Perspektiven aufzuzeigen.

 

Starten wird die Reihe mit dem Thema Gut aufbewahrt!: Das Aufbewahren von Utensilien, die man braucht und schätzt, ist Teil der täglichen Routine. Dazu gehören essentielle Dinge wie Lebensmittel oder Werkzeuge ebenso wie Gegenstände, die einem viel wert sind, wie zum Beispiel Schmuck. Behältnisse, Gefäße oder Taschen werden auch für den Transport im Alltag wie auf Reisen genutzt. Solche Aufbewahrungsgegenstände zeigt die aktuelle Präsentation: ein Rohhaut-Gefäß der Herero oder ein Beutel der Dogon aus einem Ziegenbalg. Nicht alle Objekte bestehen aus Leder oder Rohhaut, ebenso kann auch ein ungewöhnliches Material wie Schildkrötenpanzer zum Einsatz kommen. Die Vielfalt der Materialität und die Verarbeitungsweisen sowie die unterschiedlichen Funktionen der Exponate spiegeln regionale Verfügbarkeit und lokale Traditionen wider.