Mit rund 150 Ausstellungen, über 30.000 Objekten und unzähligen Geschichten schaut das Deutsche Ledermuseum auf ein bewegtes, nahezu 110-jähriges Bestehen zurück. Bevor das Haus 2027 seine Türen für eine umfassende Sanierung schließt, ermöglicht AM WENDEPUNKT: Das Deutsche Ledermuseum einen letzten, außergewöhnlichen Blick hinter die Kulissen des einzigartigen Spezialmuseums.

Auftakt mit Ausstellungsplakaten der letzten Jahrzehnte im Foyer
Auftakt mit Ausstellungsplakaten der letzten Jahrzehnte im Foyer ©Deutsches Ledermuseum, M. Bernoully

Von der Gründung im Jahr 1917 bis zur jüngsten inhaltlichen Neuausrichtung wird die Geschichte des Museums erfahrbar. Entlang zentraler Ereignisse und Umbrüche eröffnet der Ausstellungsparcours vielfältige Perspektiven auf die Bestände, die Institution und die kulturellen Veränderungen des Hauses und zeigt, wie sich Sammeln, Ausstellen und Vermitteln über mehr als ein Jahrhundert hinweg verändert haben.

Interaktive Medienstationen

Elf interaktive Medienstationen beleuchten in einem dezentralen Parcours auf allen drei Etagen verschiedene Themenbereiche. Sie widmen sich unter anderem dem Museumsgründer Hugo Eberhardt, der Gründungszeit sowie der Verbindung zur heutigen Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach am Main. Darüber hinaus wird das Museum in der Zeit des Nationalsozialismus sowie der Wandel des Selbstverständnisses – von drei einzelnen Museen unter einem Dach hin zu einer umfassenden Neuausrichtung des Hauses veranschaulicht. Belebt werden die Stationen durch umfangreiches Bildmaterial und historische Presseberichte, die vertiefende Einblicke in die Museums- und Sammlungsgeschichte bieten.

Eine einzigartige Sammlung

Abwechslungsreiche Exponate, die teilweise erstmals nach Jahrzehnten wieder gezeigt werden, verdeutlichen nicht nur die Bedeutung der Sammlung mit über 30.000 Objekten, sondern auch die Art und Weise, wie Inhalte in der Vergangenheit vermittelt wurden. Herzstück ist ein mechanisches Modell aus den 1950er Jahren zur Herstellung chromgegerbten Leders. Die hochkarätige Schuhsammlung wird anhand ausgewählter Schuhmodelle sichtbar. Stellvertretend für die bedeutende Schattenspielsammlung werden Figuren aus Thailand, China, Bali und der Türkei präsentiert. Einen Schwerpunkt bilden ebenso Offenbacher Lederwaren – von frühen Portefeuille-Arbeiten bis zu zeitgenössischen Luxusmodellen, etwa des in Offenbach und Frankfurt am Main ansässigen Designlabels TSATSAS.

Fast 110 Jahre Museumsgeschichte

Im zweiten Obergeschoss führt eine begehbare Timeline chronologisch durch fast 110 Jahre Museumsgeschichte. Dabei werden wichtige Ereignisse, Ausstellungen und Veränderungen ergänzt um vielfältige historische Materialien wie Ausstellungskataloge, Einladungskarten, Fotografien und Presseberichte aufgegriffen. Ungewöhnlich und unterhaltsam blicken Filmbeispiele – etwa aus der Fernsehreihe Polizeiruf 110 oder den Museumsratten der Augsburger Puppenkiste aus den 1960er Jahren – auf die Geschichte des Hauses.

Universalmuseum einst und jetzt

Dem architektonischen Wandel des Museumsgebäudes ist ein eigenes Ausstellungskapitel gewidmet. Es zeichnet die baulichen Veränderungen und Umgestaltungen von den 1930er Jahren bis heute nach. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die einzelnen An- und Umbauten der vergangenen Jahrzehnte als auch die bevorstehende Sanierung. Gezeigt werden Pläne und Modell des Siegerentwurfs von Rustler Schriever Architekten aus dem Architekturwettbewerb 2024. Auch Besuchende werden aktiv einbezogen und können ihre Vorstellungen für das zukünftige Deutsche Ledermuseum einbringen.

Ermöglicht wird die Ausstellung durch die Förderung der Dr. Marschner Stiftung

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und des Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

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